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Jason Devore - Conviction 1&2

"I don’t care what you do! I don’t care what you say! Fuck your narrow path! I’m gonna go my own way!" Man kann Gift darauf nehmen, dass er dies tun wird, denn Jason Devore machte bisher nichts anderes mit Bands wie The Bollox oder Authority Zero. Während andere Sänger irgendwelchen Solokarrieren nacheifern und sich zum Grossteil nur dem Country und Bluegrass verschreiben, kommt zumindest aus Arizona ein weiteres Meisterwerk einer etwas anderen Sorte. Was diesen Songwriter von anderen unterscheidet ist, dass er seine Elvis Einflüsse wie kein anderer zum Vorschein, in einem mit Reggae ummantelten Song, bringen kann, The Pogues covert und noch nachdenkliche, gutgeschriebene Balladen im Petto hat.

Conviction I: The Smoke House Sessions offenbart sich als sonniges Feuerwerk das ganz im Zeichen von Acoustic Rock vermischt mit einem Hauch Reggae steht. Gezündet wird dies vom turbulenten Opener „Stranded“ welcher von einem erstklassigen Refrain und der wohl rockigsten Gesangslinie der ganzen Scheibe getragen wird. „Hazy Daze“ macht genau da weiter und huldigt zwischenzeitlich Elvis. Zur Besinnung gibt es Songs wie „Wait“, „Forward From Yersterday“ und „Old Weather Face“. Bevor es mit „Sister Song“, einem Stück das sich anhört als würde ein neuer Tag nach einer durchzechten Nacht anbrechen, zum Abschluss kommt, gibt es mit „Dirty Old Town“ noch ein Pogues Klassiker, der leider durch den Backgroundgesang etwas lächerlich rüberkommt. Abwechslung wird so gross geschrieben, dass sich jeder Song komplett anders anhört und dadurch kein einziger Song wirklich heraussticht. Dem ganzen Werk hört man an, dass sich Jason Devore die Seele aus dem Leib singt und einfach alles gibt.„Conviction I“ ist der perfekte Soundtrack für einen langen Sommerabend.

Anspieltipp: Covert Operation

Fünf Jahre später erscheint nun seine zweite Soloscheibe Conviction II: The Crooked Path. Der Einstiegstrack „The Crooked Path“ setzt genau da an, wo man damals vor fünf Jahren aufgehört hat. Erneut wird versucht den Hörer mit einem rasanten Track zu Beginn für sich zu gewinnen und erneut klappt es auf Anhieb. Der grösste Unterschied zur ersten Scheibe ist wohl, dass fast gänzlich auf irgendwelche Elvis-Hommagen verzichtet wird und Jason Devore in Sachen Songwriting hier zur Höchstform aufläuft, dabei noch dynamischer wirkt, auch wenn die raue Seite vom ersten Teil ein wenig fehlt. Während es beim ersten Teil noch schien als hätte man all diese verschiedenen Einflüsse mit Tesafilm verbunden, fand man jetzt endlich einen Weg diese kompakt zusammen zu präsentieren. Das treibende „New Orleans“, das langsame und sanfte „Hey Kid“ oder das nachdenkliche „Turn The Page“ bleiben noch lange nach dem verklingen des letzten Tons von „Young And Numb“ im Gehörgang sitzen. Dieser Silberling wird dem launischsten aller Gemüter ein Lachen ins Gesicht zaubern. Im Gegensatz zum ersten Teil, wirkt „The Crooked Path“ musikalisch wesentlich optimistischer, auch wenn teilweise der Eindruck von Fernweh mit Zeilen wie „Wake me in the morning, my soul will keep flying away“ entsteht.

Hier einen Einblick wie sich das Album in etwa anhört:

“Crazy nights filled with desire, hazy daze getting down, getting higher, searching for the days that we’d finally get it all figured out.” Die beiden Conviction Teile stehen für einen erstklassigen Songwriter der nicht nur musikalisch auf der Suche nach sich Selbst ist. Neben Authority Zero und The Bollox, ist dies hier sicherlich sein kreativstes aller Projekte. Da man leider ausser Authority Zero hierzulande keinem seiner Projekte je grosse Beachtung geschenkt hat, sind die Alben ausschliesslich über Operation Records erhältlich. Die Mischung aus Acoustic Rock, Elvis und Reggae Einflüssen die hier geboten wird braucht sich keinesfalls hinter anderen Singer/Songwritern, die in der Szene ein wenig mehr angesehen sind, zu verstecken. Wer Authority Zero sowieso schon grossartig findet, sollte hier unbedingt einmal reinhören. Aufgeschlossene Hörer finden hier zwei grossartige Alben für lange Sommerabende.

Eric a.k.a. keingerede

Rated 10